Politischer Hintergrund

Open-Source bevorzugt

Die Anwendungen und Werkzeuge, die im Rahmen der Kampagne zu Einsatz kommen, sollen nach Möglichkeit lizengebührenfreie Open-Source-Produkte sein. Die Philosophie des Open Source basiert auf der Idee des freien Austauschs von Wissen und Gedanken. Software sollte jeder Person frei zur Verfügung gestellt werden – ohne Verluste. Denn: wird Software weitergeben, entwickelt sie sich wie in einem evolutionären Prozess. Entwicklerinnen und Entwickler, die ihr Programm frei geben, profitieren von der Erfahrung und von der Beteiligung weiterer Nutzerinnen und Nutzer.

Bei der Nutzung von Open-Source-Software gibt es zwar keine Lizenzgebühren, es entstehen dennoch Kosten: Wir können die Software aus dem Internet beziehen und bezahlen somit nur den Preis für das Herunterladen. Möchten wir neben der reinen Software aber noch Dienstleistungen wie Handbücher oder Support in Anspruch nehmen, so müssen wir mit Zusatzkosten rechnen. Auch für die Installation und individuelle Anpassungen der Software an den individuellen Bedarf fallen Honorarstunden an. Daher können auch unsere Leistungen nicht kostenlos sein.


Barrierefreiheit

Es ist nicht einfach, mit einem Webangebot allen Anforderungen von Behinderten gerecht zu werden. Eine wirkliche Barrierefreiheit wird es kaum geben. Daher ist es sinnvoller von Barrierearmut zu sprechen und anzustreben.

Es sind nicht nur behinderte Menschen, die von barrierarmen Internetseiten profitieren. Neue Techniken und neue Möglichkeiten schaffen neue Barrieren für alle. Mehr Multimedia führt zu immer mehr ‘Plug-Ins’ und ‘Applets’, die auf der Seite der Anwenderinnen und Anwender voraus gesetzt werden. Solche zusätzlichen Gestaltungsmöglichkeiten sind zu vertreten, wenn berücksichtigt wird, dass dies Zusätze sind, die nicht unbedingt zwingend vorhanden oder eingeschaltet sein müssen, um an Informationen zu kommen.


Gender Mainstreaming

Wichtig für uns ist, dass die unterschiedliche Affinität oder Distanz zu Technologien nicht als Resultat der Geschlechterordnung  oder etwa typisches Merkmal von Männern und Frauen verstanden wird. Wir erfahren immer wieder: Männer sind in der Regel schneller und häufiger dafür zu interessieren, sich in die Gestaltung der Internetöffentlichkeit einzumischen. Damit es gelingt, auch Frauen mit unserer Kampagne anzusprechen, müssen wir technische Inhalte und didaktische Konzepte gendergerecht aufbereiten.

Folgende Aspekte sind bei der Durchführung von Weiterbildungen wichtig:

  • Inhalte, Didaktik und Methoden überprüfen und geschlechtergerechte Curricula entwickeln, die Lebensrealitäten von Frauen und Männern berücksichtigen,
  • spezifische Lernstrategien und -interessen von Frauen und Männern, die sich aus den Lebensbedingungen ergeben und Frauen und Männern qua Geschlecht zugewiesen werden, wahrnehmen, hinterfragen und verändern,
  • Fähigkeiten und Ressourcen von Frauen und Männern in Bildungsprozessen wahrnehmen und zur Anwendung bringen.
  • Im Bereich der Visualisierung von Inhalten muss darauf geachtet werden, dass keine geschlechterstereotypen Illustrationen und Icons verwendet werden.
  • Im Bereich Support/ Hilfe ist darauf zu achten, dass generell die Supportdienste auf der Grundlage des unterschiedlichen Erfahrungshintergrunds und Kenntnisstands von Nutzerinnen und Nutzern angeboten werden.
  • Netz-Jargon oder technisches Jargon dürfen nicht vorausgesetzt werden.
  • In Foren ist darauf zu achten, dass die Netiquette und Moderation genderbewusst gestaltet wird.
  • Unabdingbar ist eine geschlechterbewusste Sprache. Beide Geschlechter müssen sprachlich sichtbar werden.
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